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Fragen & Antworten zum Iridium-Netzwerk
I.1 Wie
funktioniert das Iridium-System ? Kann man wirklich weltweit telefonieren?
Das Iridium System basiert auf 66 polumlaufenden Satelliten in niedriger
Umlaufbahn (ca. 780 km Flughöhe). Dadurch kann man mit Iridium im Gegensatz zu
anderen Satellitensystemen auf jedem Punkt der Erde (insbesondere auch auf den
Polen) telefonieren.
Bei einem Telefonat setzt sich das Iridium-Telefon mit einem überfliegenden
Satelliten in Verbindung, der baut über die benachbarten Satelliten eine
Verbindung zu einer der Bodenstationen auf und diese speist das Gespräch in das
öffentliche Telefonnetz ein. Sobald sich ein Satellit dem Horizont nähert,
erfolgt eine Übergabe des Gesprächs an einen nachfolgenden Satelliten.
Im Jahr 2002 hat Iridium zusätzlich 7 weitere Satelliten in Umlauf gebracht, um
die weltweite Abdeckung weiter zu sichern und die Kapazität zu erhöhen. Die
Satelliten wurden im 2. Quartal 2003 zusätzlich durch Software Updates
verbessert und gewährleisten danach, als einziges weltweites Satellitensystem,
einen noch besseren Empfang.
I.2 Gibt es Einschränkungen bei der
Nutzung von Iridium?
Iridium funktioniert prinzipiell nur unter freiem Himmel, da die Sendeleistung
der Handys und Satelliten zu gering ist, um Wände zu durchdringen. Bei einer
Nutzung innerhalb von Fahrzeugen oder Booten empfiehlt es sich daher, eine
zusätzlich mietbare Außenantenne (Auto-Kit) zu nutzen um einen optimalen Empfang
zu gewährleisten.
Einschränkungen der Nutzbarkeit gibt es in sehr bergigem Gelände, da je nach
Position der zurzeit gesprächsführende Satellit am nördlichen Horizont
„untergehen“ kann, bevor der nächste Satellit hinter den Bergen im Süden
„aufgegangen“ ist. Hier sollte immer ein Standort gewählt werden, der entweder
möglichst hoch liegt und/oder aber in Nord-Süd-Achse möglichst keine hohen
Hindernisse ausweist. Als Daumenregel gilt, dass vom jeweiligen Standort der
Horizont in Nord-Süd-Richtung nicht oberhalb von 15° verdeckt sein sollte, d.h.
ein 1000m hoher Berg sollte mindestens 3700m entfernt sein, ein 50m hohes
Gebäude mindestens 180m. Aufgrund der langsamen Überfluggeschwindigkeit (ca. 5
Minuten von Horizont zu Horizont) ist aber auch in sehr bergigem Gelände immer
ein kurzes Telefonat möglich.
Innerhalb von Städten ist daher i.d.R. nur ein eingeschränkter Empfang möglich –
je nach Höhe und Enge der Bebauung. Notfalls sollte man für mehrere Minuten die
Feldstärkeanzeige beobachten um festzustellen, ob der Standort einen
durchgehenden Empfang ermöglicht. Ein Satellitenüberflug dauert etwa 15 Minuten,
so dass notfalls auch ein kurzes Gespräch möglich wird.
I.3 In
welchen Ländern kann es zu Problemen bei der Nutzung/ Einfuhr von Iridium
Telefonen kommen?
Verbotene Nutzung von Iridium
Telefonen:
-
In folgenden Ländern ist die Nutzung
nicht erlaubt, von Iridium ausgehende
Telefonate werden in den lokalen Netzen nicht weitergeleitet:
Nordkorea, Kuba, Polen, Ungarn.
Mögliche Probleme bei der Einfuhr von
Iridium
-
In folgenden Ländern kann es bei der
Einfuhrkontrolle zu Problemen kommen:
Kuba, Iran, Libyen, Sudan, Angola.
Wir empfehlen, sich vor einer
Reise bei den jeweiligen Konsulaten/ Botschaften zu informieren,
ob Iridium dort genutzt werden darf bzw. eine regierungsseitige
Erlaubnis für die Nutzung zu beantragen.
I.4 Ist Iridium nicht pleite?
Iridium ist im Jahr 2000 unter Gläubigerschutz gestellt worden und tatsächlich
sah es eine Weile so aus, als ob das Iridium Netz stillgelegt würde. Im Jahr
2001 erfolgte dann ein unternehmerischer Relaunch von Iridium. Es gab danach
viele Spekulationen und Unsicherheit bei den Nutzern von Iridium, ob und wie
lange sich das System nach der ersten Pleite halten würde. Durch den Einstieg
des amerikanischen Verteidigungsministeriums wurde aber eine finanzielle Basis
und Teilnehmerbasis geschaffen, die das Unternehmen auf sehr solide Beine
stellte.
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